"Elektronisch, queer, konzeptlos“ – so beschreibt Lara Liqueur ihren Sound. Und genau so fühlen sich auch ihre Sets an: offen, impulsiv und irgendwo zwischen klarer Linie und völliger Freiheit. Musikalisch bewegt sie sich mühelos von kompromisslos treibenden Tracks bis hin zu Pop-Referenzen à la Lady Gaga – ohne sich dabei festzulegen. Entscheidend ist immer der Moment.
Was ihre Sets besonders macht, ist ihr Fokus auf das Mixing. Übergänge stehen für sie an erster Stelle, während die Trackauswahl oft spontan entsteht – nicht selten erst live im Set. Obwohl sie sich klar im elektronischen Spektrum bewegt, bleiben Einflüsse wie Deutschpop oder Rock meist außen vor – nicht aus Prinzip, sondern weil sie sich selten organisch einfügen.
Ein Moment, der ihr besonders im Gedächtnis geblieben ist: „Jingle Bells“ auf einem Stadtfest im Juni – und eine Crowd, die es komplett gefeiert hat. Genau diese Mischung aus Überraschung und Intuition prägt ihre Sets. Auch wenn sie sagt, dass sie in erster Linie für sich selbst spielt, verliert sie das Publikum nie aus dem Blick – und greift, wenn es passt, auch bewusst zu Mainstream.
Die Dresdner Szene erlebt sie als konstant, aber stellenweise auch etwas vorhersehbar. Viele Nischen sind bereits besetzt, echte Überraschungen selten. Geprägt wurde sie durch ihre Anfänge in der Boys Bar sowie durch Orte wie die Gisela. Auch andere lokale DJs haben ihren Sound beeinflusst – Spuren davon finden sich sogar in ihren aktuellen Releases wieder.
Abseits der Bühne ist ihr Alltag ruhig: spät aufstehen, Badewanne, Zeit am Rechner. Musik hört sie privat kaum noch unvoreingenommen – zu präsent ist die Frage, ob ein Track im Club funktionieren würde.
Mit ihren Sets verfolgt sie ein klares Ziel: Menschen sollen Spaß an Musik haben, neue Genres entdecken und Artists hören, die sie sonst vielleicht übersehen würden – insbesondere feministische Künstlerinnen.
Ihr neues Album ist draußen. Ihre Botschaft: einfach reinhören – und vor allem den Mut haben, den eigenen Sound zu finden.

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