Adrian Artmann fand früh seinen Weg zur Musik. Mit sieben Jahren begann er Gitarrenunterricht zu nehmen, ab der sechsten Klasse spielte er in seiner ersten Band – damals noch mit Stones- und Nirvana-Covern. Heute beschreibt er seinen Sound als renitent, sentimental und klassisch, geprägt von der Singer-Songwriter-Tradition, aber mit eigener Handschrift.
Auf die Dresdner Szene blickt er kritisch: Proberaummangel, schwindende Freiräume für Subkultur und eine dünne Popmusikstruktur prägen für ihn das Bild. „Ein gutes Sinnbild dafür ist, dass man in der angeblichen Landeshauptstadt nicht mal MDR Sputnik empfangen kann ;-)“, sagt er.
Musikalisch reizt ihn die Vorstellung einer Zusammenarbeit mit Igor Levit – dann könnte er sich ganz aufs Singen konzentrieren. In der Schublade wartet zudem seit Jahren ein Tributalbum für Chris Whitley. Diesen Herbst bringt er nach fünfzehn Jahren als Musiker in verschiedenen Projekten sein erstes Soloalbum „Durchzug“ heraus.
Auf dem Radar hat er Bands wie Tinted House, die gerade eine starke neue Platte veröffentlicht haben, sowie Tini Bot und Olli Kunze mit ihrem Projekt Zetkin, von dem er sich dringend neue Songs wünscht. Orte wie die Rösslstube sind für ihn wichtige Fixpunkte. Sein Wunsch für die Stadt: „Die Szene soll nicht vor die Hunde gehen und sich ernster nehmen, vernetzen, solidarisch sein.“