An einem SommerNachmittag am Hebedas habe ich Paula Peterssen getroffen. Ein Ort, der für viele Dresdner Musiker*innen ein Wohnzimmer ist – und für Paula ein guter Platz, um über ihre Musik zu sprechen.
Schon in der Kita stand für sie fest: Musik wird eine Rolle spielen. Damals spielte eine Band im Tigerenten Club im Fernsehen – und die Vorstellung, selbst mal auf einer Bühne zu stehen, ließ sie nicht mehr los. Kurz darauf lernte sie Gitarre, schrieb mit zwölf ihren ersten eigenen Song und startete mit fünfzehn ihre ersten Bandprojekte.
Nach einem Studium in Chemnitz zog es sie wieder zurück nach Dresden – wo die Musik heute ihren festen Platz hat. Songwriting ist für Paula ein Prozess: Meist kommt der Text zuerst, dann folgt der Klang. Ihr Sound bewegt sich zwischen Pop und Folk, oft ruhig, manchmal tanzbar – aber immer mit dem Fokus auf den Text.
Die Dresdner Szene erlebt sie als lebendig, aber mit Luft nach oben. Viele engagierte Menschen halten die Kultur am Laufen, doch gerade Popmusik fällt bei Förderungen oft durchs Raster. Förderprogramme konzentrieren sich eher auf Klassik oder große Institutionen. Seit Corona ist es für kleinere Acts noch schwieriger geworden.
Wichtige Orte und Netzwerke für sie: das Zentralwerk, die Scheune, sowie die Programme POP IMPULS und Kreatives Sachsen. Vernetzung läuft für Paula auch stark über ihren Verlag und über Instagram.
Und ihre Wünsche? Ein Feature mit der Rapperin La Rey, ein Cover des Dosenstolz-Klassikers „Nie wieder Arbeit“ – und ein Auftritt beim Sound of Bronkow Festival, das für sie ein Herzensort ist.
Wer für sie zu den spannendsten Musiker*innen Dresdens gehört? Sicklebird, Annemaríe Reynis, Ruby Maple und Robert Graefe.
Paula Peterssen ist eine Künstlerin, die mit klarer Stimme, starken Texten und viel Gespür für Zwischentöne überzeugt – und die man auf jeden Fall auf dem Schirm haben sollte.