Seit 2019 bewegt sich Degerwald irgendwo zwischen Melancholie, Verträumtheit und emotionaler Schwere. Ihr Sound lebt von einer Atmosphäre, die gleichzeitig intim und aufwühlend wirkt – getragen von Texten über innere Konflikte, mentale Ungesundheit und gesellschaftliche Spannungen.
Der Ursprung ihrer Musik liegt im Bedürfnis, Gefühle zu verarbeiten. Oft entsteht zuerst eine Melodie, bevor sich die passenden Worte darüberlegen. Manche Songs schreiben sich fast von selbst, andere brauchen Zeit. Wirklich abgeschlossen fühlt sich ein Stück für die Band erst an, wenn es aufgenommen wurde.
Musikalisch geprägt wurden sie unter anderem von Wir sind Helden – besonders vom Song Bring mich nach Hause – sowie von Sigur Rós, deren atmosphärischer Sound deutliche Spuren hinterlassen hat.
Live bleiben die Songs nah an den Studioaufnahmen, allerdings direkter und roher – mit weniger Effekten und mehr unmittelbarer Energie.
Auch Dresden hinterlässt Spuren in ihrer Musik, wenn auch eher unterschwellig. Nicht konkrete Orte stehen im Vordergrund, sondern die Gefühlswelten, die mit ihnen verbunden sind: die Plattenbaulandschaft in Gorbitz, der Kontrast zwischen Altstadt und Neustadt oder die Stimmung am Elbufer.
Die lokale Musikszene erleben Degerwald aktuell als enger verbunden denn je. Formate wie der Funo Podcast und die spürbare Energie auf Konzerten zeigen, dass das Interesse an Subkultur und Live-Musik wieder wächst. Künstler:innen, die man ihrer Meinung nach im Blick behalten sollte, sind Ophelia, Alice Roger und Tinted House.
Als Nächstes steht am 12. Juni ein Konzert im Zilles Anker an – inklusive neuem Merch, solange der Vorrat reicht.
Für die Zukunft wünschen sich Degerwald vor allem mehr Förderung für Subkultur und ein Publikum, das ihren Sound mitträgt und sich darin wiederfindet.

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